01.02.2008

Tag 2 unseres Roadtrips. Nach einer entspannten Nacht in Rivière-du-Loup haben wir uns aufgemacht, unsere Tour fortzusetzen. Doch dazu später mehr. Zunächst einmal einen Gruß an alle Logistiker, die sich in der Berufsschule diverse Male mit dem St. Lorenz Strom herumquälen durften. So sieht er aus (es ist der 01.02. und der St. Lorenz Strom ist einfach mal gepflegt zugefroren):

St. Lorenz

Nach einem ausgedehnten Fühstück machten wir uns dann auf nach Quebec, was eine Strecke von ungefähr 200 Kilometern bedeutet. In den Nachrichten wurde ein Schneesturm angekündigt, davon blieben wir aber (zunächst) verschont. In Quebec war es (man kann es leider nicht anders ausdrücken) $C}{€!$$-kalt, dafür war die Stadt aber sehr schön. In Quebec gibt es – anders als in Nova Scotia – größtenteils gemauerte Häuser. Die Straßen sehen sehr schön aus.
In der gleichen Straße fanden wir dann ein Restaurant, dass eine offene Feuerstelle vor dem Haus hatte. Da es WIRKLICH kalt war, hat sich Emilie gleich darauf gestürzt, um sich die Hände an dem Feuer zu wärmen. Der Beweis:

Quebec Feuerstelle

 

In einem der kleinen Shops fand ich ein interessantes T-Shirt (, das ich mir leider nicht gekauft habe):

Evolution

Abgesehen vom Chateau (Bilder gibt es unter „photos.“) und der Aussicht auf den St. Lorenz Strom gibt es anscheinend nicht viel Spannendes zu sehen in Quebec. Vielleicht lag es aber auch daran, dass es sehr stark geschneit hat und überdies extrem kalt war, und wir deswegen nicht sonderlich motiviert waren…

Bevor wir uns auf den Weg nach Montreal machten, haben wir uns noch schnell den St. Lorenz Strom angeschaut, in der Hoffnung, dass dieser in Montreal anders aussieht als in Rivière-du-Loup. Diese Hoffnung wurde enttäuscht, der Fluß war auch hier zugefroren:

St. Lorenz

Habe ich schon erwähnt, dass uns der angedrohte Schneesturm in Quebec voll erwischt hat? Nein? Also, ich hatte ja gehofft, dass wir davon verschont würden. Doch wie lautet das Sprichwort: „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“.
Wir waren keine halbe Stunde Richtung Montreal unterwegs, da hat es uns voll erwischt: Schneesturm, 20-30cm Neuschnee auf dem Highway und die Räumfahrzeuge kamen nicht mit der Arbeit nach. Die Folge: Ich habe insgesamt 13 Unfälle gezählt, bei denen Autos von der Fahrbahn abgekommen sind (davon lagen einige auf der Seite und die restlichen auf dem Dach), und wir haben für die heutige Etappe von cirka 240 Kilometern über vier Stunden gebraucht. Na toll…

Hotel L'Abri du VoyageurZu Montreal: Das Hotel heißt „L’Arbi de Voyageur“ und liegt sehr zentral zwischen einem Tattoo-/Piercingladen, einer Tabledance-Bar, mehreren Fast-Food-Restaurants und einem Bordell. Diese doch eher suboptimale Lage (zumindest was die Attraktivität der Nachbarschaft angeht) macht das Hotel durch eine schöne Innenausstattung der Zimmer (z.B. Holzdielen auf dem Boden) locker wieder wett. Es ist es von innen sehr schön, davon kommen später noch ein paar Fotos. Sollte ich später noch einmal nach Montreal kommen, würde ich definitv wieder in dieses Hotel fahren, da das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich top ist.

Unangenehmes Ereignis: Wir haben Graham kennengelernt, einen Freund von Josh. Eigentlich scheint er ein sehr netter und angenehmer Kerl zu sein, doch hat er bereits bei unserer ersten Begegnung sämtliche Sympathien bei mir verspielt.
UIm das zu verstehen, muss man wissen, dass Graham bei Starbucks arbeitet. Zusätzlich sollte man mein Verhältnis zu Kaffee kennen: Ich LIEBE Kaffe, in (beinahe) jeglichen Geschmacksrichtungen, vor allem den White Coffee Mokka von Starbucks. Ich versuche schon seit langem, den Geschmack zu imitieren, anscheinend fehlt mir aber irgendeine Zutat. Ich habe daher Graham gefragt, wie bei Starbucks der Kaffee gekocht wird. Seine Antwort (in Englisch, daher hier sinngemäß übersetzt): „Wenn der Kunde einen Kaffee bestellt, gehe ich in das Hinterzimmer, pflücke die Kaffebohnen, röste und mahle sie, koche den Kaffee. Dann pflücke ich die Schokobohnen[…]“ (Den Rest werde ich hier nicht wiedergeben, da mir das echt zu blöd ist.)…“Nein, ernsthaft: Ich drücke auf den Knopf an der Kaffeemaschine, dann drücke ich dreimal auf den Knopf für den Sirup, schütte den Kaffee darüber, gebe etwas aufgeschäumte Milch hinzu, und das war es.“

Sollte es seine Absicht gewesen sein, mich vor der versammelten Mannschaft bloßzustellen, dann Glückwunsch, das hat er geschafft. Meine Stimmung bewegt sich nun irgendwo zwischen „pissed off“ und „kurz vor dem Explodieren“.
Eigentlich wollte ich von ihm wissen, auf welcher Stufe die Espressobohnen gemahlen werden, wie der Sirup portioniert ist und bei wieviel Grad mit wieviel Druck der Espresso gekocht wird. Eigentlich war ich nämlich davon ausgegangen, dass man soetwas bei Starbucks lernt. Tja, falsch gedacht. Anscheinend habe ich damit entweder Grahams Intellekt oder seine Kompetenz überfordert…
Oh Mann, ich werde wieder persönlich, dabei hatte ich mir doch vorgenommen, das nicht mehr zu tun. Daher beende ich diesen Post nun, und werde entspannt in den morgigen Tag starten, und ebenso entspannt darüber berichten. Vielleicht habe ich ja auch einfach nur zu hohe Erwartungen gehabt…
Gute Nacht Deutschland, gute Nacht Welt!

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