11. Tag, Donnerstag, 06.03.2014: KITULGALA – BANDARAWELA – Im Teeland unterwegs

Der Tee zum schlichten Frühstück weckt unsere Lebensgeister. Vom nächsten Bahnhof bringt uns der Zug anschließend hinauf ins Hochland: Auf einer Teeplantage° bei Nuwara Eliya lernen wir den Unterschied zwischen First und Second Flush kennen und worauf die Pflückerinnen so alles achten müssen. Weiter im Bus zum Tagesziel Bandarawela.

DSCF5838Ich werde irgendwann mitten in der Nacht schlagartig wach. Gerade muss ein Zug mich überrollt haben, jedenfalls fühle ich mich wie gerädert und mir tut alles weh.
Als ich aufstehe und auf die Matratze schaue, sehe ich, dass diese die Form beibehält. Kurz überlege ich, ob ich mit noch mal hinlegen und ein wenig mit den Armen rudern soll, dann hätte ich einen Schneeengel gemacht. Allerdings würde ich dann die Person aufwecken, die neben mir liegt, und so entscheide ich mich dagegen. Ich krieche also aus dem Zelt und wanke Richtung Dusche.

Da es gestern geregnet hat und der Regen doch recht warm war, bin ich optimistisch, was die Wassertemperatur an geht. Pustekuchen, das Wasser ist ar***kalt. Dies ist aber nicht die einzige Parallele zum Affencamp, denn neben der luxuriösen Dusche ist auch das Frühstück eine Gemeinsamkeit: Es gibt trockenen Zwieback mit Marmelade. Prost Mahlzeit, von „Lebensgeister wecken“ kann wirklich keine Rede sein.

Die im Programm beschriebene Zugfahrt fällt aus, denn die haben wir ja bereits gestern gemacht. So haben wir heute einen Tag vor uns, den wir größtenteils im Bus verbringen werden. Das ist auch bitter nötig, denn die meisten von uns sind noch unpässlich aufgrund des gestrigen Abends und der darauf folgenden kurzen bis nicht existenten Nacht.
DSCF5843Bei einem Zwischenstopp in der Nähe von Nuwara Eliya trinken wir im Labokellie Tea Estate einen Tee und essen Schokoladen-kuchen dazu, anschließend haben wir Freizeit um uns ein wenig die Fabrik anzuschauen oder in den Teeplantagen spazieren zu gehen.
Die Plantagen sind riesig, meine Augen sind nicht in der Lage, die Dimensionen zu erfassen. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass wir hier auf knapp 1300 Metern Höhe in den Bergen sind und der Dunst irgendwann alles Sichtbare verschlingt. Trotzdem gelingt es uns am gegenüberliegenden Berghang ein paar Teepflückerinnen bei der Arbeit zu beobachten.
Nachdem wir uns hier also derart verausgabt haben, legen wir uns wieder in den Bus und fahren nach Nuwara Eliya. Der Baedeker schreibt zu der Stadt folgendes:
„Nuwara Eliya, die „Stadt über den Wolken“, liegt mitten im Uva-Bergland in einer Mulde zwischen den drei hächsten Bergen Sri Lankas. Wegen ihres gemäßigten Klimas ist die höchstgelegene Stadt Sri Lankas ein beliebter Zufluchtsort für die Menschen aus dem feucht-Schwülen Südwesten während der heißen Jahreszeit. Die Temperaturen überschreiten selten 25 Grad und die Luft ist trocken und frisch.“

DSCF5858Als wir dort ankommen, regnet es in Strömen, es blitzt und donnert. Soviel zum Thema „die Luft ist trocken“. Wir suchen uns schnell ein Restaurant und auf dem Weg dorthin sehen wir diverse Verkaufsstände, an denen Winterkleidung und speziell auch Wollmützen und Handschuhe feilgeboten werden.
Es regnet hier übrigens an dreihundert Tagen im Jahr und für die Einheimischen ist es hier aufgrund der hohen Lage in den Bergen oftmals so kalt, dass sie sich dick einpacken. Für uns ist es – abgesehen vom Regen – recht angenehm.

Nach dem Essen ist unser Aufenthalt auch schon beendet, die letzte Etappe führt uns nach Bandarawela, wo wir im Orient-Hotel einchecken.

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