5. Tag, Montag, 19.10.2009

BANGKOK – AYUTTHAYA Wo einst die Könige von Siam lebten

„Mit dem Bus geht‘s etwa 70 Kilometer stromaufwärts nach Ayutthaya. Marut kennt die ehemalige Residenzstadt der Könige von Siam wie seine Westentasche, zeigt uns die prachtvollen Tempel- und Palastruinen sowie die imposanten Festungsanlagen. Frühere Reisende haben Autthaya wegen der vielen Kanäle den Beinamen „Venedig des Ostens“ verliehen.“

 

*rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrring* „Good morning Sir, this is your requested wake-up-call“. Offensichtlich habe ich es vor 2,5 Stunden noch geschafft, an der Rezeption einen Weckanruf zu bestellen. Ich springe aus dem Bett in die Dusche und stehe 10 Minuten später frisch geduscht im Zimmer. Die Zeit ist knapp, denn ich muss ja schließlich noch meinen Koffer packen. Ich schaue neben mein Bett und sehe den (offensichtlich um 3.30h bereits) fertig gepackten Koffer. Ich muss gestehen, in dem Moment war ich doch ein bißchen von mir selbst beeindruckt.

Im Frühstücksraum treffe ich auf Daniel. Das Frühstück ist aus Zeitgründen schmal, ein Marmeladentoast muss reichen, das Taxi steht vor der Tür, wir fahren los.

Der Rest der Story ist schnell berichtet: Wir fahren zur Khaosan Road, gehen zum Massage-Salon, wo man uns bereits freundlich empfängt, holen unsere Rucksäcke, gehen zurück zum Taxi und fahren wieder zum Hotel. Die ganze Tour (Aussage des Concierge: „Für die Fahrt zur Khaosan Road brauchen sie bestimmt eine Stunde“) hat etwas länger als eine Stunde gedauert, was allerdings ganz klar an der Fahrleistung des Taxifahrers liegt:

Geschwindigkeitsbegrenzungen dienen grundsätzlich nur als Vorschlag, ich konnte aber leider nicht ermitteln, nach welcher Formel sich die Höchstgeschwindigkeit errechnet. Zwei Vorschläge habe ich jedoch entwickelt:

1.) Höchstgeschwindigkeit = Geschwindigkeitsbegrenzung x Anzahl der Insassen

2.) Höchstgeschwindigkeit = Geschwindigkeitsbegrenzung x Anzahl der Reifen

 

Des Weiteren konnte ich herausfinden, dass der Wiederverkaufswert eines Fahrzeugs in Thailand deutlich höher ist, wenn die Blinker noch unbenutzt sind. Das muss der Grund sein, weshalb Blinker grundsätzlich nicht benutzt werden.

 

Kurz nachdem wir also wieder im Hotel angekommen sind, startet auch schon unsere Reise: Wir verlassen Bangkok und fahren die 70 Kilometer nach Ayutthaya.

 

 

Exkurs Ayutthaya: Geschichte

Wie wir bereits im Exkurs zu Bangkok gelernt haben, war Ayutthaya die zweite Hauptstadt Siams (1438-1767).

Die Stadt muss einmal sehr beeindruckend gewesen sein. Europäische Reisende verglichen es wegen seines von prachtvollen Häusern und Palästen gesäumten Kanalsystems mit Venedig. Im 15. Jahrhundert war Ayutthaya größer als Paris oder London, um 1685 lebten in dieser Stadt mehr als eine Million Menschen.

Der Reichtum dieser Stadt lockte natürlich auch Neider, und so belagerten die Burmesen 1767 Ayutthaya. Als der Hunger die Menschen zur Unterwerfung trieben, plünderten die Burmesen die Stadt. Tempel wurden zerstört, Kunstschätze von unschätzbarem Wert gingen für immer verloren; die Stadt wurde buchstäblich dem Erdboden gleich gemacht.

Vor einigen Jahren drohte die UNESCO, Ayutthaya den Status als Weltkulturerbe zu entziehen, wenn die Anlagen und Ruinen nicht besser gepflegt würden. Seitdem wird zumindest versucht, dem Verfall entgegenzuwirken.

 

 

 

Bereits wenige Kilometer jenseits der Stadtgrenzen von Bangkok eröffnet sich uns ein ganz anderes Thailand: Im Gegensatz zur Hektik der Großstadt scheint hier die Zeit stillzustehen, in der schier unendlichen Weite liegen versprengt einzelne Häuser, ab und zu taucht ein Dorf vor uns auf.

 

In Ayutthaya merken wir jedoch bereits bei Verlassen des Busses, dass sich eines nicht geändert hat: Das Klima. Die Luftfeuchte ist nach wie vor pervers, zusätzlich ist die Temperatur sprunghaft gestiegen. Die Sonne knallt erbarmungslos vom Himmel und wir haben das Gefühl bei lebendigem Leib gegrillt zu werden.

 

Ich kann mir vorstellen, dass Ayutthaya einmal eine beeindruckende Stadt gewesen sein muss, die Umrisse der Tempel sind stille Zeugen. Die Tempel in Thailand sind abgesehen vom Fundament komplett aus Holz gebaut und die Burmesen haben bei der Zerstörung der Stadt ganze Arbeit geleistet. Außer ein paar Steinhaufen ist daher leider nicht mehr viel zu sehen und welcher Steinhaufen einmal zu welchem Tempel gehört hat, kann ich auch nicht sagen.

Es mag daran liegen, dass ich geistig noch immer in Bangkok bin, aber mit Ayutthaya kann ich persönlich jetzt nicht soviel anfangen.

 

Nach dieser anstrengenden Tour fahren wir ins Hotel. Ein Teil der Gruppe gönnt sich eine Thai-Massage, da ich es aber nicht übertreiben will, entspanne ich mit ein paar anderen aus der Gruppe im Hotel-Pool.

Nach dem Abendessen beschließen wir den Abend mit einer Runde Bowling, bei der ich wieder einmal mein ganzes Können beweise: Ich glaube, ich war Vorletzter, bin mir aber nicht sicher. Aber Spaß hat‘s gemacht.

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