Kategorie: Film & Fernsehen

Kramp(f?)us zum Advent

Plakat zu Sneak PreviewWenn ich auf die letzten Wochen bzw. Monate zurückblicke, muss ich feststellen, dass es keinen Film gegeben hat, auf den ich mich im Vorfeld wirklich efreut hätte. Klar, es waren teilweise echt gute Filme dabei („Alles steht Kopf„, „Everest 3D„, sogar „We are your Friends“ würde ich dazu zählen), aber das waren Überraschungserfolge. Warum? Weil ich grundsätzlich nur noch in die Sneak Preview gehe – Vier Euro zahlen, dafür gibt es dann halt einen Überraschungsfilm – und im Vorfeld jede Menge Trailer.

Dadurch bin ich auch auf den Film „Krampus“ gestoßen, dessen Trailer sehr vielversprechend aussah. „Den MUSS ich mir anschauen“, habe ich mir vor einigen Wochen gesagt. Dann wurde ich langsam ungeduldig, habe weitere Trailer gesucht und bin dabei auf eine Komplettfassung von „Krampus“ gestoßen. Was soll ich sagen? Die Neugierde hat gesiegt und ich habe mir den Film vorab im Internet angeschaut. Mein Fazit dazu: Das Filmerlebnis war wie ein schlimmer Verkehrsunfall – ich wollte eigentlich echt nicht mehr weiterschauen, aber ich verspürte einen inneren Drang, eine Sensationgeilheit, wollte wissen, ob das echt noch schlimmer werden könnte. Irgendwie war ich dann aber froh, dass es vorbei war, denn so einen schlechten Film hatte ich noch nie gesehen.

https://i.ytimg.com/vi/X3qWNyLizfU/maxresdefault.jpgFassungslos habe ich dann mal im Internet weitere Recherchen zu dem Film betrieben, nur um herauszufinden, dass es sich bei dem gerade gesehenen Film wohl doch nicht um DEN Krampus-Film handelte, sondern um eine andere Version aus dem Jahr 2013 mit dem Titel Krampus – The Christmas Devil. Unnötig zu erwähnen, dass dieser Film auf IMDB ganze 2 (in Worten: zwei) vvon zehn Sternen abgeräumt hat. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich mir das Filmerlebnis gespart. In gewisser Weise hat mich das aber auch beruhigt, denn so konnte ich ja weiterhin auf DEN Krampus-Film warten, den ich eigentlich sehen wollte. Beruhigend war ebenfalls die Erkenntnis, dass der neue Film nur besser werden konnte.

KRampusHeute morgen erfuhr ich dann über den Flurfunk, dass in der heutigen Sneak „Krampus“ laufen würde, diesmal der Film, den ich unbedingt sehen wollte, weil der Trailer so vielversprechend war. Andere sahen das im Vorfeld wohl anders, denn der Kinosaal war relativ leer. Kann mir ja egal sein, ich jedenfalls war anwesend. Und dann passierte Folgendes:

[Zensiert, da ich nicht spoilern möchte]

Mittlerweile sitze ich – noch immer fassungslos – auf meinem Bett und versuche, meine Gedanken zu Papier (bzw. Tastatur) zu bringen.

Am besten ordne ich jetzt mal meine Gedanken, indem ich mich an der Struktur einer Balanced Scorecard entlang hangele:Die vier Perspektiven der Balanced Scorecard

Im Zentrum der Balanced Scorecard steht immer eine Vision bzw. Strategie. Da es sich bei Krampus um einen Horrorfilm handelt, wird die Vision der Filmcrew wohl gewesen sein, den Zuschauer maximal zu erschrecken bzw. schockieren. Da mache ich mal einen Haken dran, das Ziel wurde erreicht. Allerdings womöglich anders als ursprünglich gedacht, denn hauptsächlich schockiert der Film durch seine abgrundtiefe Schlechtheit (Gibt es das Wort überhaupt? Ich bin mir gerade nicht sicher. Wenn es das Wort bisher nicht gab: Dieser Film hat es erfunden!)

An dieser Stelle möchte ich einen fließenden Übergang zur ersten der vier Perspektiven schaffen. Die Kernfrage der internen Geschäftsprozessperspektive lautet:

„In welchen Geschäftsprozessen müssen wir die besten sein, um unsere Teilhaber und Kunden zu befriedigen?“

Kurz gefasst: Wer ins Kino geht um einen Horrofilm anzuschauen, möchte sich erschrecken, gruseln, ängstigen. Dieses Bedürfnis muss die Filmcrew befriedigen. Nicht mehr und nicht weniger.

Ohne jetzt zu weit abschweifen zu wollen, muss nun geklärt werden, wie die Definition des Begriffs „Prozess“ lautet, denn das ist wichtig für die nächste Perspektive.

„Unter Prozess versteht man die Gesamtheit aufeinander einwirkender Vorgänge innerhalb eines Systems. So werden mittels Prozessen Materialien, Energien oder auch Informationen zu neuen Formen transformiert, gespeichert oder aber allererst transportiert.

So steht es geschrieben in Gablers Wirtschaftslexikon, das sich bereits während meines Studiums stets als zuverlässige und ziteirfähige Quelle erwiesen hat.

Für die Lern- und Entwicklungsperspektive, deren Kernfrage lautet

Wie können wir unsere Veränderungs- und Wachstumspotentiale fördern, um unsere Vision zu verwirklichen?

heißt das also – um wieder zum Film zurückzukommen – dass am Anfang eine Idee stehen muss. Da mache ich wiederum einen Haken dran, denn die Idee ist an sich gut: Der Krampus ist die Schreckgestalt, die den Nikolaus begleitet. Der Nikolaus beschenkt die braven Kinder, der Krampus bestraft die Unartigen. Nachdem sich der Begriff Krampus vom bairischen „Krampn“ ableitet, das „etwas Lebloses, Vertrocknetes, Verblühtes oder Verdorrtes“ beschreibt, taugt das Thema – bei entsprechender Aufbereitung durchaus für einen Horrorfilm. Die Aufbereitung geschieht (a) im Rahmen eines Drehbuchs, das eine glaubhafte Geschichte erzählen soll, (b) durch eine dem Thema angemessene Kulisse, die die Grundstimmung des Films transportiert, (c) daran angepasste Charaktere, Kostüme, Requisiten etc und letztlich (d) ausgefeilte Spezialeffekte.

Die finanzielle Perspektive soll die folgende Frage klären:

Wie sollen wir gegenüber Teilhabern auftreten, um finanziellen Erfolg zu haben?

Im besten Fall: Überzeugend. So einfach kann die Beantwortung einer Frage manchmal sein.

Für mich, der beruflich täglich mit Kosten-Nutzen-Analysen beschäftigt ist, wird es dann allerdings ein wenig komplexer, denn ich drehe dabei jeden Euro zweimal um. Krampus hatte ein Budget von 15.000.000 Euro. Da bin ich lange beschäftigt. Oder auch nicht, denn ich relativ schnell bei der Erkenntnis angelangt, dass der Film keine 2,50 Euro wert ist.

Für Krampus bedeutet das: Versagen auf voller Linie. So einfach ist in diesem Fall die Beantwortung der Frage.

Die letzte Frage, die die Kundenperspektive betriifft, ist folgende:

Wie sollen wir gegenüber unseren Kunden auftreten, um unsere Vision zu verwirklichen?

Am besten: Zukünftig bitte gar nicht mehr!

Meinen Abend kann ich nämlich wie folgt zusammenfassen: Ich fahre um 18:05 Uhr ins Parkhaus, sitze um 18:15 Uhr im Kinosaal und verlasse diesen um 19:50 Uhr wieder. Wir reden somit (wenn ich die An- und Heimfahrt vernachlässige und nur die reine Spielzeit zur Bewertung heranziehe) über etwa 94 Minuten meines Lebens, die mir keiner mehr zurückgibt und 5,20 Euro (Vier Euro für die Kinokarte und 1,20 Euro für das Parkhaus), die ich auch hätte anzünden und aus dem Fenster werfen können.

Aus dem Fenster geworfen haben die Drehbuchautoren auch die wunderbare Chance, eine stimmige Story zu schreiben, aber nein: Sie schreiben den gleichen Scheiß wie alle Autoren dieses Filmsegments:

Wintereinbruch, Außentemperatur -30°C, Stromausfall, irgendein gruseliges Wesen, das ums Haus streunt. Die Tochter der Familie hat die großartige Idee, eine Freund „drei Straßen weiter“ zu besuchen um zu sehen, ob bei ihm alles in Ordnung ist. Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von diesem Ausflug zurück kommt? *grübel*

Natürlich müssen daraufhin Vater und Onkel das Haus ebenfalls verlassen, um die verschollene Tochter zu suchen. Frage: siehe oben.

Szenenwechsel: Das besagte Wesen hat sich mittlerweile Zutritt zum Haus verschafft und treibt auf dem Dachboden sein Unwesen. Sohn der Familie läuft die Treppe hinauf, betritt den Dachboden, Schreie hallen durch das Haus. Die Eltern rennen natürlich hinterher, aber einzeln. Vielleicht wird das Monster ja mit der Zeit müde und wenigstens einer kommt lebend durch. *gähn*

Falls das noch keinem aufgefallen ist: In Horrorfilmen rennen die Opfer immer die Treppen rauf. IMMER. Dabei ist völlig egal, ob die Gefahr von unten kommt, oder oben lauert. Nie rennt jemand die Treppe runter in Richtung Haustür. Das wird aber irgendwann langweilig.

https://i.ytimg.com/vi/q9NT-JU_MLw/hqdefault.jpgGottseidank wird der Zuschauer von Zeit zu Zeit aus seiner Lethargie gerissen, denn bei der Lächerlichkeit der Krampusse (wer den korrekten Plural von „Krampus“ kennt, kann mir den gerne mitteilen) übertreffen sich die Requisiteure immer wieder aufs Neue. Und genau hier tritt der berühmte Verkehrsunfall-Effekt in Kraft: Ich sitze fassungslos im Kino und bin fast schon gespannt, welche Absurdität als nächstes kommt. Dummerweise ist das Konzept eines Horrorfilms aber, dass sich der Zuschauer gruselt, ängstigt, erschrickt, gerne auch alles auf einmal. Gespannt sein ist das Konzept eines Thrillers. Insofern: Thema verfehlt, setzen, Sechs!

Punkten kann der Film einzig und allein dadurch, dass für ihn die Einordnung in A-, B- und C-Movies neu gestaltet werden muss. Unser Alphabet hat schlicht und ergreifend nicht genügend Buchstaben und eine Klassifizierung von Krampus zu ermöglichen. Dafür empfehle ich die Khmer-Schrift. Sie verfügt über 33 Konsonanten, 24 Vokale und 14 Initialvokale, also insgesamt 71 Buchstaben. In der Skala sollte dann selbst für Krampus noch Platz sein.

Auf einer Skala von null bis fünf Sternen verleihe ich dem Film Krampus minus sieben Sterne und lege noch eine Packung Lakritze drauf für denjenigen, der sich den Film dennoch anschauen möchte.

Alles steht Kopf im Cinemaxx

Das Cinemaxx wird 25.

Eigentlich nichts besonderes, wäre nicht ein kluger Kopf der Marketingabteilung auf die grandiose Idee gekommen, eine Jubiläumsaktion rauszuhauen: 25 Jahre, zu diesem Anlass gab es Anfang des Monats eine Jubiläumskarte zu kaufen – 25 Tage Kino für 25 Euro. Das Prinzip kenne ich ja schon durch meine Zeit als GoldCard-Kunde. An dieser Stelle nur für’s Protokoll: Ich habe mir die aktuelle Karte nicht gekauft.

Warum ich das aber hier erwähne, ist folgendes:

98% der in der Sneak-Preview gezeigten Filme sind der letzte Schrott. Seit nun fast vier Jahren tue ich mir Woche für Woche die Sneak an und die Filme, die ich verpasst habe, kann ich an einer Hand abzählen Insofern erachte ich mich selbst durchaus als zuverlässige Quelle. Wenn ich allerdings eine Flatrate-Karte gekauft habe, schaue ich mir auch den letzten Schrott an, was dazu führt, dass die Sneak seit drei Wochen extrem voll ist.

Vor zwei Wochen lief: Everest (3D), ein Film, den ich als grandios bezeichnen würde. Eigentlich nicht mein Genre, und bei den heutigen Preisen für 3D-Filme (13,50€) erledigt sich das Thema für mich sowieso, denn das ist einfach nicht finanzierbar. Umso besser, dass er in der Sneak gezeigt wurde und ich diesen somit für vier Euro sehen durfte.

Die Story: Fesselnd, behandelt der Film doch das Unglück von 1996, bei dem acht Bergsteiger einer kommerziellen Expedition ihr Leben bei einem Unwetter auf dem Mount Everest ließen, darunter mehrere erfahrene Bergführer.

Die Umsetzung: Großartig, obwohl der Film größtenteils in den Alpen gedreht wurde. Ich selbst war noch nie auf dem Mount Everest, daher weiß ich nicht, wie es dort aussieht. Jedoch gehe ich davon aus, dass da anständig recherchiert und mit Computer nachgeholfen wurde. Optisch glaubwürdig und perfekt in 3D umgesetzt.

Logische Konsequenz: Ein knackevoller Kinosaal in der Folgewoche.

 

Letzte Woche lief: The Visit (3D).

Auch hier bin ich froh, dass der Film in der Sneak lief, schaue ich doch sonst so selten wie möglich Horrorfilme an.

Nach mehreren Tiefschlägen hat sich M. Night Shyamalan an ein neues Projekt gewagt: Aus eigenen Mitteln mit einem Budget von fünf Millionen Dollar finanziert, mit unbekannten, aber überzeugenden Schauspielern besetzt, die während des Films über sich hinauswachsen. Einzige Kritik meinerseits: Der Film ist im „Found Footage“-Stil gedreht, wie wir es von „Blair Witch Project“ kennen. Leider ist die Kameraführung aber deutlich zu perfekt, so dass der Schrecken und die Beklemmung, von der „Blair Witch Project“ gelebt hat, bei „The Visit“ nicht funktionieren. Schade, aber dennoch ein gelungenes Comeback von Shyamalan.

Logische Konsequenz: Ein knackevoller Kinosaal in der Folgewoche.

 

Gestern lief: Alles steht Kopf (3D).

Startzeit ist 18:50h, ich stehe um 17:30h an der Kinokasse und blicke fassungslos auf den Bildschirm, den der Mitarbeiter zu mir hergedreht hat. Nur noch drei freie Plätze gibt es in dem ganzen Kino, alle in der letzten Reihe, aber ganz im Eck. Die Sicht von den Plätzen aus ist dürftig, das weiß ich aus meiner langjährigen Erfahrung in Bezug auf dieses Kino.

Wir einigen uns darauf, dass ich zwanzig Minuten vor Vorstellungsbeginn noch einmal vorbeikomme, denn dann werden die reservierten Plätze freigegeben. Gesagt, getan: Ich stehe um 18:30h wieder an gleicher Stelle und könnte vor Begeisterung platzen. Ein freier Platz in der fünften Reihe mittig, also praktisch ein Jackpot.

Das Licht geht aus, wir sehen, dass ein Animationsfilm gezeigt wird.

Ein Kameraschwenk über den unendlichen Ozean auf einen aktiven Vulkan. Musik setzt ein, der Vulkan singt ein Lied. Er singt von seiner Einsamkeit und seinem Wunsch nach einer Freundin. Oh Gott, ist das niedlich! Der Film heißt Lava und stammt von den Genies von Pixar. Mir ist direkt klar, dass die Story nicht lange trägt und wie erwartet dauert der Film auch nur knappe zehn Minuten. Aber das, was der Produzent erreichen wollte, hat er geschafft: Keiner in Kino 3 sitzt mehr in den Sesseln, wir kugeln uns vor Lachen auf dem Boden.

Dann beginnt der Hauptfilm: „Alles steht Kopf“, ebenfalls ein Pixar-Film.

„Minute um Minute reißt sich das Animationsstudio vom ‚Gimmickgedanken‘ frei und tut das, was die ‚anderen‘ eben oftmals nicht so gut können: zeitlose Geschichten mit unglaublicher Kreativität und wundervollen Charakteren erzählen. […] Alles steht Kopf aka Inside Out ist der beste Pixar-Film seit Toy Story 3 und reiht sich definitiv zu den besten Produktionen ein, die das kalifornische Animationsstudio jemals hervorgebracht hat.“

Das schreibt David Rams auf movienerd.de und gibt dem Film neun von zehn mögichen Nerds.

Schaut Euch den Trailer an und geht dann ins Kino und schaut Euch dann den Film an.

In dunklen Zeiten wie diesen ist das genau der Film, den ich gebraucht habe. Nach 95 Minuten habe ich das Kino voller Freude und mit feuchten Augen verlassen. Danke Pixar, danke Pete Docters!

 

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Double Feature (Teil 7.1+7.2)

Harry_potter_7_teaser_posterKick-off: Sonntag mittag, 12 Uhr. Dauer: 300 Minuten. Man muss schon krank sein, um sich so etwas freiwillig anzutun. Die Knie schmerzen, der Steiß ist nicht mehr existent, sondern mit dem Rücken zu einer einzigen Höllenqual verschmolzen. Der Film: Insgesamt phänomenal, auch wenn der erste Teil doch einige Längen hat. Dafür werden Pilcher-Fans begeistert sein über die zahlreichen und ausschweifenden Landschaftsaufnahmen. Der zweite Teil macht diese Schwächen des ersten Teils mehr als gut: Extrem dicht erzählte Story, solide animierte Kampfszenen, extrem düstere Atmosphäre. Kurzum: Ein Film, der Lust macht auf mehr. Schade, dass es jetzt erstmal vorbei ist…

Der Epilog verspricht einiges, da hiermit schon mal die Filme Nummer 9 bis 16 gerettet sind, mit einer spektakulären Wende im Film Nummer 15. Wenn in zehn Jahren also jemand meine Studienarbeit lesen wird und genau diese Wendung eingetreten ist: Ruft mich an, damit ich die Autoren wegen Plagiarismus verklagen kann. Die spannende und unvorhersehbare Wendung war meine Idee!

Insgesamt war das „Harry Potter“-Double Feature auch eine gelungene Vorbereitung auf die „Harry Potter“-Themennacht, bei der sämtliche Filme am Stück gezeigt werden. Wobei: Wenn ich es mir genauer überlege, wird es wohl eher ein Themen-Wochenende. Ich werde schon mal mein Zelt einpacken…

Wie viel Kino verträgt ein Mensch?

Von der Außenwelt und vor allem auch von mir selbst unbemerkt, hat bereits vor einigen Tagen ein neues und – wenn ich mir diese Wertung erlauben darf – bahnbrechendes Projekt das Licht dieser Welt erblickt.

Wenn immer ich mich mit Freunden, Bekannten und sonstigen weniger Bekannten unterhalte, kommt irgendwann zwangsläufig immer wieder das gleiche Thema auf: Wer zuletzt den Film xyz im Kino gesehen hat. Was folgt, ist im Allgemeinen eine ausschweifende Diskussion über ebenjenen Film. Bisher hat sich das für mich oftmals als recht ermüdend und langweilig herausgestellt, liegt mein letzter Kinobesuch doch grob geschätzt zwei Jahre zurück. Es ist ja nicht so, dass ich nie ins Kino gehen wollte, doch habe ich in dieser Zeit kein Kino gefunden, dass FIlmmatinéen, sprich: Vorstellungen vor 14.00 Uhr anbietet.

Doch habe ich festgestellt, dass ich als Außenstehender einen entscheidenden Vorteil hatte: Ich konnte mich völlig unvoreingenommen darüber amüsieren, was für ein Schrott offensichtlich ausreicht, um die heutigen Kinogänger zu beeindrucken.

Nun aber zurück zu meinem Projekt: Seitdem ich aufgrund meines Umzuges nun nach zwei Jahren endlich wieder vernünftige Arbeitszeiten habe und ich zudem verkehrsgünstig in der Innenstadt Augsburgs wohne und lebe, habe ich mich entschlossen, eine Studie durchzuführen (und zwar an mir selbst), die folgenden Arbeitstitel trägt:

„Wie viel Kino verträgt ein Mensch? Eine reflektierte und reflektierende Analyse über das menschliche Auffassungsvermögen cineastischer Inhalte sowohl in Bezug auf Quantität als auch Qualität“

Soll heißen: Ich werde mir in den nächsten Wochen so viele Filme im Kino anschauen wie möglich und dabei großen Wert darauf legen, eine bewusste Auswahl nicht aufkommen zu lassen. Im Idealfall werden also Blockbuster dabei sein, aber auch Filme, die offenkundig so schlecht sind, dass sie niemand sehen möchte.

Um dies zu verdeutlichen: Karten für das „Harry Potter“-Double Feature musste ich im Voraus reservieren. Allerdings werde ich auch zukünftig (wie bereits einmal bei „Bad Teacher“ geschehen) immer wieder mal einen Film nach dem Kriterium „wenigste bisher verkaufte Karten für die nächste Vorstellung“ genießen.

Bisherige Filme, die in meinem Thesenpapier Berücksichtigung finden werden:

Hangover 2

Bad Teacher

Harry Potter Teil 7 – Double Feature

Larry Crowne

Ein Sommersandtraum

Transformers 3

Der Zoowärter

Brautalarm

Insidious

Sneak-Preview: Sommer in Orange

Super 8

Plötzlich Star

Nichts zu verzollen

Resturlaub

Sneak-Preview: John Carpenter’s The Ward

Crazy. Stupid. Love (Peinlich, aber wahr: Den habe ich wohl dreimal angeschaut)

Sneak-Preview: Gianni und die Frauen

Kill the Boss

Freunde mit gewissen Vorzügen (zweimal gesehen)

Sneak-Preview: Von der Kunst sich durchzumogeln

Männerherzen 2

Colombiana

What a Man

Die drei Musketiere (zweimal gesehen)

The Guard

Johnny English

Wie ausgewechselt

Der ganz normale Wahnsinn

Footloose

Berliner Philharmoniker in Singapur

Die Abenteuer von Tim und Struppi

Krieg der Götter

Zwei an einem Tag

Eine ganz heiße Nummer (mein bisheriger Rekord, denn den habe ich zehn (!!!!) Mal angeschaut. Das Dutzend mache ich jetzt

auch noch voll 😀

Aushilfsgangster

Hotel Lux

Anonymus

Real Steel

Quattro Feature: Twilight 1-4

Wer Sturm sät

Tom Sawyer

In Time – Deine Zeit läuft ab

Kein Sex ist auch keine Lösung

Diese Liste wird natürlich von mir weitergeführt und jeder noch so schlechte Film möge erwähnt werden. Vorschläge für Filme, die ich nicht verpassen darf, nehme ich gerne entgegen. Voraussetzung: Sie müssen dem aktuellen Kinoprogramm des Cinemaxx Augsburg entnommen sein.

(edit: Der besseren Übersicht halber habe ich die Kommentare zu den einzelnen Filmen in die Kategorie „Film“ ausgelagert. Sie sind aber nach wie vor über die Hyperlinks (oder direkt über die Kategorie „Film“ erreichbar)

Ein Hauch von Menschlichkeit © 2014