11. Tag, Mo, 24.05.2010

YANGZE-KREUZFAHRT TAG 3
Heute morgen steht ein Besuch in Fengdu, einer Kleinstadt 171 Flusskilometer unterhalb von Chongqing gelegen, auf dem Programm. Auf dem dortigen Tempelberg Ming Shan befindet sich ein Ort, der allgemein als „Teufelsstadt“ bezeichnet wird.
Dort muss sich jeder Mensch (egal ob Chinese oder nicht) nach seinem Tod anmelden und drei Prüfungen überstehen, bevor er Zutritt erhält. In diesen Prüfungen muss er beweisen, dass er in seinem vergangenen Leben ein guter Mensch war. Anhand der Prüfungen wird das weitere Schicksal des Toten festgelegt.
Die Chinesen glauben, dass es zehn chinesische Höllen gibt (vergleichbar mit dem katholischen Fegefeuer), in denen man nach seinem Tod für die Sünden im Leben büßen muss.
Es ist ein gruseliger Ort, denn auf sehr plastische Art vermitteln Statuen, welche Folterqualen ein Mensch nach seinem Tod vor dem Höllengericht zu erwarten hat. Am Ende der zehn Höllen steht die Wiedergeburt, die ebenfalls mit dem Vorleben zusammenhängt: Hat man es arg krachen lassen, läuft man Gefahr, nur noch als Hund oder Wurm wiedergeboren zu werden. Der Weg zu einer menschlichen Wiedergeburt ist dadurch natürlich sehr mühsam, weshalb die Chinesen zu Lebzeiten um ein gutes Karma bemüht sind.

Am Abend veranstaltet die Crew der MV Three Kingdoms eine Cabaret Show für uns. Im Grunde unterscheidet sie sich nicht von den Abendveranstaltungen der letzten Tage: Die Mädchen führen verschiedene Tänze auf, zwischendurch dürfen sich die Gäste bei verschiedenen Spielen zum Affen machen. So verlief bereits am ersten Tag der Begrüßungsabend, am zweiten Abend das Captain’s Dinner und nun halt der Abschiedsabend. Heute gestalten die Chinesen das Ende des Abends mit exzessiver Karaoke, von der sie sich nicht abbringen lassen; das Niveau schwankt stark zwischen gut und grottenschlecht.
Wir gehen zeitig in die Kabinen, denn morgen müssen wir früh raus.

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