Cuban Model Doesn’t Even Work For Us Anymore

“Socialism means social justice and equality, but equality of rights, of opportunities, not of income”

(“Sozialismus bedeutet soziale Gerechtigkeit und Gleichheit, aber Gleichheit vor dem Recht und an Möglichkeiten – nicht der Einkommen“)

“The Cuban Model Doesn’t Even Work For Us Anymore”

(“Das kubanische Modell funktioniert nicht einmal mehr für uns”. Äußerung von Fidel Castro auf die Frage, ob er überzeugt sei, dass das kubanische Wirtschaftsmodell auf andere Länder übertragbar sei)

Es sind ungewohnte Töne, die die Welt aus dem kleinen Land im Dreieck zwischen Florida, Mexiko und Haiti gelegen vernimmt. Töne, die so gar nicht ins Bild passen wollen. Doch bei näherer Betrachtung offenbaren sich tiefe Einblicke in das Vorzeigeland des Sozialismus:

Kuba ist das Land der zwei Währungen; es gibt den nichtkonvertiblen Peso (kub$) als nationale Währung und daneben den konvertiblen Peso (CUC). (Ein Exkurs für die Volkswirtschaftler unter uns: Die Regierung setzt in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ein Verhältnis von 1kub$ = 1CUC an, während in Wirklichkeit 24:1 getauscht wird. So kann man sich reich rechnen!)

Das Durchschnittseinkommen der kubanischen Bevölkerung beträgt nach offiziellen Angaben etwa 600 kub$ (also ca. 15€) pro Monat.

Blöd daran ist nur, dass der kubanische Peso praktisch wertlos ist: Luxusgüter (zu denen übrigens schon Lebensmittel fast alle Lebensmittel gehören, die nicht „Reis“ heißen) gibt es nur gegen CUC. CUC haben abgesehen von Touristen nur Kubaner, die (a) mit der Regierung zu tun haben (in welcher Form auch immer), oder (b) Verwandte im Ausland haben, die CUC schicken können, oder (c) in der Tourismusbranche arbeiten.

„In der Tourismusbranche arbeiten“ ist ein überaus dehnbarer Begriff, denn häufig kommt es vor, dass Kubaner Touristen ansprechen und ihnen eine Stadtführung anbieten oder ihnen anbieten, gegen Bezahlung in ihrer Privatbehausung zu nächtigen – Familienanschluss inklusive. Das ist zwar verboten, doch seit die Kubaner den „Luxus“ entdeckt haben, möchte kaum noch jemand darauf verzichten. Und so hat sich über die Jahre eine blühende Parallelwirtschaft entwickelt, deren Produktivität gegenüber der Realwirtschaft bahnbrechend sein dürfte.

Spontan stellt sich mir die Frage: Kann und darf man überhaupt noch von Produktivität sprechen, wenn eine Maschine von vier Arbeitern bedient wird? Kein Wunder, dass sich kaum ein Kubaner ein Bein ausreißt, wohlwissend, dass es die Liberta gibt.

Die Liberta ist sozusagen das Grundeinkommen für alle und funktioniert analog zu den allseits bekannten Lebensmittelmarken, abgedeckt werden die Bereiche Kleidung, Hygieneartikel und Lebensmittel.

Lebensmittel für lau – was auf den ersten Blick verlockend klingt, hat natürlich auch seine Tücken: Da es (Grundnahrungs-)Lebensmittel auf Liberta für umsonst gibt, sind die Preise auf dem Markt  natürlich so niedrig angesetzt, dass nur wenige Bauern gewillt sind, dafür zu arbeiten. Die Folge: Ein Großteil des (hautsächlich verstaatlichten) Ackerlandes liegt brach, die Landwirtschaft – einst Zugpferd der kubanischen Wirtschaft – ist quasi zusammengebrochen.

Heute werden etwa 80% der Lebensmittel importiert, darunter auch Zucker. Schaut man sich die Pracht einiger Städte wie z.B. Tobago an, die aufgrund des aus der Landwirtschaft (speziell Zuckerproduktion) resultierenden Reichtums entstanden sind, so ist es schon erstaunlich, wie ein Mensch oder eine Regierung ein Land herunterwirtschaften kann.

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