Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft

Zu meinen Vorsätzen für 2016, die zugebenermaßen ziemlich ambitioniert sind, habe ich bewusst nicht „Mach mehr Sport“ hinzugeschrieben. Dieses Vorhaben nehmen nämlich viele in Angriff, die meisten halten aber erfahrungsgemäß nicht länger als ein oder zwei Monate durch. Und da ich nicht zwingend zur Masse gehören möchte, habe ich mir diese vorhersehbare Erniedrigung ersparen wollen.

Es ist aber nicht so, dass ich überhaupt nichts mit Fitnessstudios zu tun habe: Jeden Morgen fahre ich auf dem Weg zur Arbeit an einem vorbei, jeden Abend ebenfalls. Also: Tuchfühlung ist durchaus vorhanden.

Heute habe ich es aber doch getan – ich bin hineingegangen. Was sich dann abgespielt hat, möchte ich hier kurz nachstellen:

Ich: „Hallo, ich möchte gerne ein Probetraining bei Euch machen. Wann kann ich da einen Termin bekommen?“

Sie: „Kein Problem, wie wäre es gleich jetzt?“

Ich schaue kurz an mir herunter: Dicke Winterjacke, ausgebeulte Jeans, Straßenschuhe.

„Eher schlecht. Geht auch ein anderer Termin?“

„Klar, kein Problem. Wie wäre es mit […]?“

„Super, den Termin nehme ich.“

„Perfekt. Hast Du ein bestimmtes Ziel?“

Wohlwissend, dass wir beide erst ganz am Anfang unserer Beziehung stehen, bin ich mir unsicher, ob ich gleich die Karten auf den Tisch legen soll. Ich entscheide mich für den Mittelweg – ein eher harmloses Ziel nennen.

„Ich traue mich ja kaum das zu sagen, aber ich möchte im September den Tough Mudder absolvieren.“

Ein Lächeln umspielt ihre Lippen, ihr ganzes Gesicht fängt an zu strahlen. Sie sagt aber nichts.

„Und an den üblichen Problemzonen möchte ich auch arbeiten.“

Sie nickt beruhigt und fängt an, etwas in ein Formular zu schreiben, hört dabei aber nicht auf zu grinsen.

Wären wir uns unter anderen Umständen begegnet, hätte ich mich gefreut sie zum Lachen gebracht zu haben, aber so wird es echt schwierig werden mit uns beiden.

Gottseidank habe ich noch nichts vom Tough Guy 2017 erzählt…

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