E.ON 3 (Episode XII)

Ich hätte es ja nie für möglich gehalten, aber selbst die E.ON Bayern Vertrieb GmbH ist flexibel! Jawohl: Flexibel, F-L-E-X-I-B-E-L! Nachdem ich ja nun – um die turnusmäßig am Zwanzigsten des Monats eintreffende Mahnung abzuwenden – bereits am 08.05.2012 die Service-Hotline angerufen und eine Mahnsperre habe setzen lassen, erhalte ich bereits zwei Tage später (also am 10.05.) einen Brief von E.ON. Dass die nun plötzlich so schnell meinen Fall bearbeiten, hätte ich ja beim besten Willen nicht erwartet. Aber auch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Folgendes steht in dem Brief der E.ON (aus dem Gedächtnisprotokoll, denn da ich neben meinem Engagement für die E.ON Bayern Vertrieb GmbH auch noch einer bezahlten Arbeit nachgehen muss, kann ich den Brief leider nicht persönlich entgegennehmen):

„Sehr geehrter Herr Wegmann,

trotz mehrfacher Mahnung unsererseits haben Sie nicht reagiert und Ihren Strom nicht bezahlt … *bla bla* … Wir werden daher am x-ten den Strom in Ihrer Wohnung vom Netzanbieter sperren lassen … *blubb* … Wichtig für Sie: Ermöglichen Sie dem Mitarbeiter den Zugang zu Ihrem Stromzähler, andernfalls werden wir dies gerichtlich anordnen lassen … *gähn*

Mit freundlichen Grüßen

Ihre E.ON Bayern Vertrieb GmbH“

 

Welch eine Überraschung.

„Frailty, thy name is Woman“ schrieb Shakespeare einmal nieder. Ich werde mich seiner bedienen und formuliere neu: „Competence, thy name is E.ON“.

Werte E.ON, folgendes habe ich dazu zu sagen:

  1. Zu behaupten, dass ich nicht auf die Mahnungen reagiert habe (zumindest auf die, die ich erhalten habe) ist eine Frechheit. Lesen Sie doch bitte mal in meiner Kundenakte nach, da haben Sie genug zu tun. Meine Empfehlung: Lehnen Sie sich zurück, legen Sie die Füße hoch und genießen sie ein paar Gläser Wein, während Sie die Akte lesen, das ist nämlich ganz großes Kino! Alternativ können Sie sich auch hier auf meiner Internetseite diesbezüglich fortbilden.
  2. Glauben Sie nicht, mich damit beeindrucken zu können, dass Sie mir eine Sperrung meines Stromanschlusses zum x-ten des Monats androhen. Wie Ihnen vielleicht entgangen ist, ist das der Anschluss von irgendjemandem, aber definitiv nicht meiner, denn ICH WOHNE DA SEIT EINEM JAHR NICHT MEHR!!!! (Sorry, dass ich da laut werde, aber anders bin ich wohl nicht zu verstehen)
  3. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich nicht bereit bin 160 Kilometer mit dem Auto quer durch Deutschland zu fahren, um Ihnen zwecks Anschlusssperrung den Zutritt zu einer Wohnung zu ermöglichen, deren Mieter ich seit einem Jahr nicht mehr bin. Kann ich überdies auch nicht, denn ich besitze keinen Schlüssel mehr zu der Wohnung.
  4. Abgesehen davon frage ich mich ernsthaft, welcher Teil des Satzes „Den Stromanschluss dürfen Sie gerne sofort sperren, denn ich nutze ihn seit Ende Juni letzten Jahres nicht mehr“ (u.a. meinem Einschreiben an Sie zu entnehmen) unverständlich ist.

 

Und während ich so vor mich hingrolle und überlege, ob ich aus dem Pulsieren meiner Halsschlagader vielleicht den Beat für einen Technosong machen könnte, kommt mir plötzlich eine Idee …

 

(… to be … ach, ihr wisst Bescheid)

 

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