E.ON 4 (Episode XIII)

Ein Geistesblitz durchzuckt meine Gehirnwindungen: Im Jahr 2010, als unsere Beziehung noch ganz frisch war, hatte ich doch bereits Probleme mit der E.ON. Ihr erinnert Euch: Ich sollte damals ja einen monatlichen Abschlag von knappen 360,-€ bezahlen. Nachdem ich damals also eine eMail an die Kundenbetreuung geschrieben hatte, bekam ich recht schnell eine Antwort. Im Gegensatz zu meinen letzten eMails war damals übrigens keine automatische (sprich: nichtssagende) Nachricht in meinem Postkorb. Ich erhielt ein qualifiziertes Schreiben, das mir sogar (im Rahmen der Möglichkeiten) weitergeholfen hat. Unter dem Schreiben standen die Worte: „Wenn Sie Fragen haben, erreichen Sie uns per Telefon, Fax und E-Mail. Freundliche Grüße, M.P.“ Okay, geschrieben hatte die Mail nicht die Kollegin M.P., sondern eine andere Mitarbeiterin, aber das soll mir ja egal sein.

Ich lobe mich innerlich dafür, dass ich seit zwei Jahren zu faul bin, mein Postfach aufzuräumen, denn sonst hätte ich diese Mail sicherlich schon längst gelöscht. Aufgrund meines Geistesblitzes krame ich nun also diese eMail wieder hervor und wähle die darin aufgeführte Telefonnummer. Es ist übrigens eine Festnetznummer, die mit einer Ortsvorwahl beginnt und ich habe nun die Hoffnung, endlich einmal die 0180-„Service“hotline umgehen zu können.

Als ich nun also die Telefonnummer wähle, tut sich nichts (Überraschung!). Ich lasse es 20 Minuten klingeln (ich habe ja gelernt, dass man das bei der E.ON üblicherweise zu tun muss), dann lege ich auf. Verdammt! Aber einen Versuch war es wert, es hätte ja klappen können.

Bei amerikanischen Unternehmen ist es mitunter üblich, bei der Beantwortung von Kundenbeschwerden einen Fake-Mitarbeiter anzugeben in Kombination mit einer erfundenen Telefonnummer, die dann ins Leere läuft. Hier scheint sich die E.ON Bayern Vertrieb GmbH etwas abgeschaut zu haben.

Zwei Tage später versuche ich es erneut unter der neuen Telefonnummer und siehe da! Nach kurzer Zeit (es hat höchstens 5 Mal geklingelt), begrüßt mich eine sympathische weibliche Stimme, die zu Frau M. gehört. Jetzt habe ich ein Problem, denn ich muss gestehen, dass ich nicht mit einem derart durchschlagenden Erfolg gerechnet habe, deswegen habe ich auch fast keine Unterlagen dabei. Dementsprechend muss ich bereits bei ihrer ersten Frage, nämlich der nach meiner Kundennummer, passen. Bei der „Service“-Hotline wäre das schon ein NoGo und das Gespräch somit beendet gewesen. Nicht so bei Frau M. Sie fragt mich nach der Zählernummer, die ich ihr sogar sagen kann, da ich zufällig das Wohnungsübergabeprotokoll in der Schublade liegen habe. Sie sagt zu mir: „Ach so, Sie sind also Herr K.“ Ich? Herr K.? Definitiv nicht, ich frage sie, wie sie darauf komme und sie antwortet mir, dass das so im Eintrag zu dieser Zählernummer stehe. Ich bin fassungslos und erkläre ihr, dass ich der Vormieter sei und eigentlich auf eine Rückmeldung auf mein Einschreiben warte und so weiter und so fort. In Kurzform erkläre ich ihr, was bisher passiert ist und sie gesteht mir, dass sie so unvorbereitet keine Aussage machen könne, zumal meine Kundenakte ja etwas umfangreicher sei. Sie sagt, sie müsse sich erstmal in den Fall einarbeiten und würde sich dann am Folgetag telefonisch bei mir melden. Auch wenn das Gespräch mit ihr sehr angenehm war und sie einen sympathischen Eindruck macht, sinkt meine Stimmung Richtung Gefrierpunkt. Man möge mir das verzeihen, denn immerhin ist das ja nicht das erste Mal, dass mir seitens E.ON ein Rückruf versprochen wird.

Wir beenden das Gespräch und ich lege auf.

 

(… maybe/hopefully to be continued…)

 

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