E.ON 5 (Episode XIV)

Seit „E.ON 4“ ist wieder ein Tag vergangen, mittlerweile ist es 12.00 Uhr und ich bin kurz davor, meinen Arbeitsplatz Richtung Kantine zu verlassen, da erhalte ich noch eine wichtige eMail, deren Bearbeitung keinen Aufschub erlaubt. Zum Glück, wie sich noch herausstellen wird.

Um 12.05 Uhr klingelt mein Telefon, und ich bin von einem plötzlichen Überschwang an Emotionen erfüllt. Da passiert gerade etwas, womit ich nie im Leben gerechnet hätte – mehr noch, hätte ich wetten können, hätte ich mein gesamtes Vermögen dagegen gewettet. Etwas schier Unfassbares geschieht soeben und ich habe das Glück, daran teilhaben zu dürfen: Eine mir bekannte, sympathische Stimme begrüßt mich am Telefon – es ist Frau M.

Sie berichtet mir, sie habe sich wie versprochen in den Vorgang eingearbeitet und die von mir im gestrigen Telefonat genannten Zählerstände mit den in ihrem System vermerkten Zahlen abgeglichen. Sie sagte, dass erscheine logisch und sie habe somit meine Endabrechnung dementsprechend abgeändert. Die Mahngebühren (die sich mittlerweile auf 255 Euro belaufen) habe sie storniert, denn ich könne „ja nichts dafür“. Leider könne sie meine Endabrechnung nicht auf meinen Auszugstermin zurückdatieren, da laut Gesetzgeber nur eine Spanne von drei Monaten erlaubt sei. Für mich entstünde dadurch aber kein Nachteil, da mir die zuviel bezahlten Abschläge ebenfalls gutgeschrieben würden. Somit ergebe sich für mich nun ein Guthaben von 215 Euro. Die korrigierte Endabrechnung werde Sie mir in den nächsten Tagen per Post zukommen lassen. Sie gibt mir sogar noch ihre direkte Durchwahl für den Fall, dass ich noch eine Frage bezüglich meiner Endabrechnung habe.

Ich bin überglücklich, würde ihr am liebsten um den Hals fallen. Mit einem guten Gefühl beende ich das Telefonat.

 

Mir erscheint das plötzlich zu einfach. Soll das jetzt wirklich alles gewesen sein? Seit drei Monaten unterhalte ich mich mit verschiedensten Mitarbeitern der „Service“-Hotline, die mich vertrösten, mir sagen, sie könnten nichts für mich tun, mir aber versprechen sich bei mir zu melden um dann nie wieder von sich hören zu lassen. Und jetzt, wo ich es endlich einmal schaffe, die „Service“-Hotline zu umgehen, bedarf es lediglich eines Telefonats um die Angelegenheit innerhalb von zwei Tagen zu klären. Das kann nicht sein. Das ist zu banal. Ich bin sicher, dass das noch nicht das letzte Kapitel des Rosenkrieges in diesem Scheidungsdrama ist, in dem es letztlich (wie jedes Mal) nur noch ums Geld geht.

Seid versichert: Ich werde weiter berichten!

 

(daher: …to be continued…)

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