Erstes Wochende – Zeit der Orientierung

Mein erstes Wochenende ist geprägt durch Wellness. Jawohl: Wellness.

Doch zuvor habe ich mir etwas gegönnt, das schon seit langem überfällig war:

Eigentlich wollte ich noch vor meinem Thailand-Trip zum Friseur gegangen sein, das hat aber zeitlich nicht gepasst. War dann halt doch zu stressig, denn wie immer habe ich alles Just-In-Time gemanaged.

Dann wollte ich eigentlich während meines Thailand-Trips zum Friseur gegangen sein, aber das hat sprachlich nicht gepasst. Wenn schon so einfache Dinge wie eine Essensbestellung im Restaurant zur Herausforderung wird, wie soll ich dann bitte einem thailändischen Friseur beibringen, was ich von ihm möchte? Schließlich wollte ich dann nach meinem Thailand-Trip zum Friseur gegangen sein, aber das hat dann wieder zeitlich nicht gepasst. Dummerweise kollidieren nämlich die Arbeitszeiten der Friseure mit meinen, denn der Friseur arbeitet den ganzen Tag und ich auch.

Nun also zurück zu meinem Wellness-Wochenende:

Am Samstag Mittag bin ich mit der S-Bahn nach München gefahren und habe mir die Weihnachtsmärkte angeschaut. Da es doch recht kalt war und ich zufällig vor einem McCafé stand, bin ich halt rein, habe mir einen Caramel Macchiato und ein riiiiiiesiges Stück Schokoladenkuchen (der bestand im Grunde nur aus tausenden von diesen kleinen Tierchen, die nachts meine Kleidung enger nähen, aber lecker war er) gegönnt. Und wie ich da am Fenster sitze und das Treiben draußen in der Kälte beobachte, habe ich eine großartige Idee: Ich krame mein Netbook aus der Tasche und gebe bei Google die Begriffe ”München” und “Friseur” ein. Wow, bei den Preisen frage ich mich ja echt, woher die Münchener noch Geld für die Miete haben. Preise jenseits der achtzig Euro für einen Männerhaarschnitt habe ich bisher noch nicht einmal als Scherz gehört. Der letzte Eintrag auf der ersten Ergebnisseite zieht dann aber doch recht schnell meine Blicke in seinen Bann, denn irgendwas sagt mir der Name: Arno Kühne. Ich kann mich weder daran erinnern, was er mir sagt, noch warum er mir etwas sagt, aber auf jeden Fall mache ich mich auf den Weg dorthin.

Der Straßenplan, den ich in der Hand halte, ist eine Katastrophe, Okay, ich muss fairerweise dazu sagen, dass es nur eine Übersicht über die U-Bahn-Haltestellen ist, die in den Stadtplan eingezeichnet sind, daher liegt das Hauptaugenmerk nicht wirklich auf der Funktion als voll funktionstüchtiger Stadtplan. Das muss ich schmerzlich erfahren, denn dieser Plan in Kombination mit meinem kampferprobten Orientierungssinn sorgt dafür, dass ich es nach einer knappen halben Stunde bereits geschafft habe, mich komplett zu verlaufen (auch mit tatkräftiger Unterstützung der U-Bahn).

Aufgrund des Weihnachtsmarktes steht an jeder zweiten Straßenecke ein Polizeifahrzeug und da die Polizei doch mein Freund und Helfer ist, gehe ich hin und frage nach dem Weg. Der Polizist kennt die Straße auch nicht, aber seine Kollegin greift bereits nach dem Stadtplan. Nach wenigen Minuten bekomme ich eine perfekte Wegbeschreibung. Ich brauche nur gleich ums nächste Eck gehen, über den großen Platz drüber, am Ende es Platzes rechts und dann die zweite links. Toll, denke ich mir und ziehe los. Ich laufe die zwanzig Meter bis zur Ecke, denke mir, dass mir die Ecke bekannt vorkommt, ignoriere gekonnt das goldene “M” an der Fassade genauso wie die Tatsache, dass das genau der Platz ist, an dem ich ungefähr eine Stunde zuvor meine Suche gestartet habe, folge weiter der Wegbeschreibung und bin keine zehn Minuten später am Ziel. Aber immerhin habe ich in der letzten Stunde doch sehr viel von München gesehen 😉

Nach diesem turbulenten Start habe ich mir dann von Leif, meinem künftigen Stammfriseur im Salon von Arno Kühne, endlich mal wieder einen anständigen Haarschnitt verpassen lassen.

Somit war der Samstag quasi gelaufen.

Heute (Sonntag) habe ich dann einfach mal gar nichts gemacht und habe mir für diese Strapazen dann mit einem Aufenthalt in den Erdinger Thermen belohnt. Da könnte ich mich dran gewöhnen.

Zu den Thermen gehört übrigens das Erdinger Galaxy, die größte Indoor-Wasserrutschen-Ansammlung Europas. Auf der “Faser”, einer HighSpeed-Wasserrutsche, habe ich mit 65km/h meinen persönlichen Rekord aufgestellt und mich danach in den Thermen davon erholt.

Wie ich den Abend ab 20.15h verbracht habe, brauchte ich wohl nicht zu berichten, denn jeder, der mich kennt, weiß das ohnehin schon: Same procedure as every sunday 😉

Ich darf mich nun verabschieden, es ist nämlich schon spät und morgen werde ich schon mal kurz auf der Arbeit vorbeischauen…

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