Lektion des Tages

Heutige Lektion des Tages: Höre auf deinen Körper!
Nachdem ich über die letzten Wochen ständig starke Schmerzmittel nehmen musste, die mich so zugedröhnt haben, dass ich eigentlich gar nicht mehr hätte Auto fahren dürfen, habe ich aufgrund meines verbesserten Zustands am Wochenende die Medikamente abgesetzt.
Mein Körper fand das wohl überhaupt nicht gut. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sich die Zehen meines linken Fußes heute morgen für den Rest meines Körpers geopfert und in suizidaler Absicht auf das Tischbein meines Esstisches gestürzt haben. Wenn ihre Absicht war, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, muss ich sagen: Das haben sie geschafft. Und wie! Im ersten Moment habe ich wirklich gedacht, ich hätte die Erleuchtung erreicht, musste jedoch feststellen, dass es lediglich die Sterne waren, die ich vor meinem geistigen Auge gesehen habe. Als ich dann wieder geradeaus schauen konnte, habe ich mich ins Auto gesetzt und bin zum Klinikum gefahren. War ja klar, dass nur noch ein einziger Parkplatz frei war, welcher sich natürlich im hintersten Winkel desjenigen Parkplatzes befand, der am weitesten von der Notaufnahme entfernt war. Musste ja so sein, alles andere hätte mich auch echt gewundert…
Was soll ich zu meinem Besuch im Klinikum sagen? Ich versuche es mal wertfrei: „PD Prof. Dr.“ drückt auf den Zehen rum, quetscht sie regelrecht zusammen und fragt mich dabei ob „es denn weh“ tut. Dass ich nicht zu seiner Zufriedenheit antworte liegt wohl daran, dass ich voll damit ausgelastet bin, die Zähne zusammenzubeißen, damit ich nicht das Hospital zusammenschreie. Aber das geht wohl weit über seine Vorstellungskraft hinaus. Er schickt mich zum Röntgen. lässt mich 2,5 Stunden warten, um mir dann mitzuteilen, ich sei kerngesund und solle mich nicht so anstellen (okay, wertfrei: Keine Fraktur, keine Schwellung, keine Rötung -> ich soll mich nicht so anstellen). „Okay, der hat’s studiert, der wird’s wissen“ denke ich mir und ziehe meine Schuhe wieder an. In dem Moment melden sich meine Zehen, die sich wohl nicht ernstgenommen fühlen, zu Wort. „Du bist gesund, stell dich nicht so an“, denke ich mir und humpel Richtung Auto.
Jetzt – am Ende des Tages – stellt sich die Situation für mich so dar, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Meine Zehen haben sich gemeinschaftlich geärgert und sind vor Wut rot angelaufen, oder aber sie haben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe geschoben (schönes Wortspiel übrigens) und sich gegenseitig grün und blau geschlagen – die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen…

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