M-net Firmenlauf 2016

Hatte ich mir beim Wings for Life World Run über weite Strecken nichts sehnlicher gewünscht als Wasser, so sollte mein Wunsch vier Tage später beim M-net Firmenlauf mehr als erfüllt werden. Nur leider anders als erhofft, denn die Erfüllung äußert sich in Regen. Aber nicht irgendein Regen, sondern ein den ganzen Tag über konstanten Regen, der für eine geschlossene Wasserdecke auf der Fahrbahn sorgt.

Ich freue mich schon fast ein wenig, als gegen Mittag die Tropfendichte nachlässt und fast so etwas wie eine Wetteränderung zum Guten verspricht. Aber weit gefehlt: Die Regenwolken mussten wohl nur mal kurz nachladen.

So stehe ich also mit zwanzig Kollegen im Startblock und bin nass bis auf die Knochen. „Macht nichts“, denke ich mir, denn ein Mensch kann aufgrund Millionen Jahren der Evolution nun mal nur bis auf die Haut nass werden und kein Stück weiter. Also kann es nur noch besser werden.

19:00h. Der Startschuss fällt und die Meute setzt sich in Bewegung. Von über 10.000 gemeldeten Startern haben sich immerhin knappe 8.500 Läufer erbarmt und sind erschienen – und ich bin jetzt mitten unter ihnen. Auch wenn die Läufer vor mir echt nichts dafür können, ist es doch ein ekelhaftes Gefühl, jedes Mal einen Schwall Brackwasser gegen die Schienbeine zu bekommen, wenn sie auf den Boden auftreten. Aber beschweren darf ich mich wirklich nicht, denn den Läufern hinter mir geht es da kein Stück besser.

Es ist ja nicht der Regen alleine, der diesen Lauf echt unangenehm macht: Neben der Luftfeuchtigkeit von grob geschätzten 280% herrschen auch noch frühsommerliche Temperaturen von +9°C – ein echtes Traumwetter eben.

Mnet-polarMeine Strategie ist daher schnell klar: Schauen, dass ich so schnell wie möglich im Ziel bin, damit ich so schnell wie möglich heim komme. So finde ich mich dann nach weniger als einer Minute auch schon in der HF-Zone 5 wieder, die bei mir eine Frequenz zwischen 167 und 186 markiert. Da bleibe ich dann auch bis zum Ende des Laufs, schließlich sind wir ja nicht zum Spaß unterwegs und außerdem muss ich auch mal dringend aufs Klo, MUSS also schneller laufen.

mnet-finish

Das Ziel erreiche ich nach 6,3 Kilometern – dank einer Durchschnittszeit von 4:34min/km – bereits nach 28:09 Minuten. Für mich eine Bombenzeit, reicht aber dennoch nur für eine passablen Platz 831, was mir zeigt, dass alle anderen wohl den gleichen Plan hatten wie ich.

 

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