SportScheck StadtLauf Augsburg

Gestern abend habe ich mir noch gedacht: „Mann Junge, Du bist schon lange nicht mehr gelaufen“, nämlich schon seit dem M-net Firmenlauf nicht mehr, und der ist immerhin schon 3,5 Wochen her. Dann war ich aber doch zu faul mir die Laufschuhe anzuziehen, außerdem steht ja heute der StadtLauf auf dem Programm, da bekomme ich genug Bewegung.

StadtlaufAugsburgStrecke21,1 Kilometer quer durch Augsburg, von der Citygalerie vorbei am Roten Tor, weiter Richtung Zoo/Botanischer Garten, dann durch den Siebentischwald zum Eiskanal und den Lech rauf bis zur Nagahama-Allee, auf der anderen Lechseite wieder runter bis zur Friedberger Straße und dann noch vom Schwabencenter rauf zur Nagahama-Allee. Zum Schluss fehlt dann nur noch der Zieleinlauf an der Citygalerie. Klingt weit, ist es auch. Halbmarathon halt.

Die Bedingungen sind ein Traum, die Temperaturen angenehm, zudem regnet es nicht. Um 09:30h fällt der Startschuss, und kurz vorher sagt mir mein Kollege und Sparringspartner noch: „Lass uns heute mal langsam angehen, nicht so wie beim Wings for Life“. Ich bin gespannt, was er unter „langsam“ versteht, da höre ich auch schon den Schuss, sehe noch eine Staubwolke, ein Heuballen kullert durch’s Bild und mein Kollege ist weg. Naja, so war es nicht nicht ganz, aber „langsam“ ist nach meiner Definition auch anders (er legt eine 3:33 vor).

Trotzdem: Heute läuft es einfach rund, bis Kilometer 16 kann ich mithalten, danach sehe ich ihn langsam am Horizont verschwinden. Ich suche mir einen Pacemaker, an den ich mich dranhänge (offizielle Pacemaker gibt es leider nicht, aber es sind ja genügend Läufer zur Orientierung vorhanden). Erstaunt stelle ich fest, dass ich gut in der Zeit liege, überlege kurz, ob ich mir eine Gehpause gönnen soll, lache mich selbst aus, verfluche mich dafür, dass ich mich selbst auslache, und laufe einfach weiter – immer einen Fuß vor den anderen.

Obwohl ich schon seit einigen Kilometern total fertig bin mit der Welt, kämpfe ich mich über die Strecke und plötzlich sehe ich das Ziel vor Augen. Bereits auf der Strecke standen viele Zuschauer, die applaudiert haben, auch zwei Samba-Truppen waren darunter. Aber was uns hier auf den letzten Metern erwartet, ist schon der Hammer: Ich komme mir ein wenig vor wie die Radfahrer bei der Tour de France beim Aufstieg nach L’Alpe d’Huez: Die Zuschauer säumen den Weg, nur eine enge Gasse bleibt zum Laufen, es ist laut, die Stimmung ist grandios.

Apropos grandios: Grandios ist auch, was ich sehe, als ich die Uhr an der Ziellinie sehe: 1:46:23 Bruttozeit, was mich zu meiner persönlichen Bestleistung von netto 1:45:20 bringt. Ein großartiges Gefühl, das mich auch über meine mit Blasen übersäten Füße hinwegtröstet…

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